Schönheitsoperation: Eine Vertrauenssache

Auf dem Markt für ästhetisch-plastische Chirurgie tummeln sich viele Anbieter. Aber wie können Sie sicher sein, dass der Eingriff auch von einem Experten vorgenommen wird?

Die GesundheitsWelt direkt arbeitet mit Spezialisten zusammen, die ihr Handwerk verstehen und bei denen Patienten in den besten Händen sind. Über Chancen und Risiken sprach die GesundheitsWelt direkt mit dem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Prof. Dr. Dr. Hönig, Paracelsus-Klinik Hannover & Georgspalast Hannover.

GesundheitsWelt direkt: Der Markt für Schönheitsoperationen wächst beträchtlich. Es wird immer mehr zur Normalität, sich chirurgischen Eingriffen zu unterziehen, um das Aussehen zu verändern. Doch die Qualität rückt dabei oft in den Hintergrund: Berichte über verpatzte Operationen füllen die Medien. Warum ist das so?

 

Prof. Dr. Hönig: Viele Personen sind nicht hinreichend über die Qualifikationen informiert, über die ein Mediziner verfügen sollte, um ästhetisch-plastische Operationen vorzunehmen. Denn so ziemlich jeder Arzt darf sich Schönheitschirurg" oder "Kosmetischer Chirurg“  nennen ohne entsprechende Qualifikation; denn der Begriff ist nicht geschützt. Deshalb sind wir bemüht, medienwirksame Aufklärungsarbeit zu leisteten, damit der Patient weis, über welche Qualifikationen und Infrastrukturen ihr Arzt verfügt.

Die Begriffe sind durch die Weiterbildungsverordnung der Bundesärztekammer nicht geschützt und können daher ungestraft genutzt werden. Ärzte, die hingegen den Titel "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" führen, haben nach der Erlangung ihres Staatsexsamens eine mindestens sechsjährige Weiterbildung absolviert und dabei über 1000 Operationen durchgeführt.

Einige Menschen sind jedoch umsichtig und informieren sich, bevor sie sich einer Schönheitsoperation unterziehen. In unsere Gemeinschafts-Praxis- Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie Hannover Praxis kommen fast nur Menschen, die über die Risiken wissen und sich von ausgebildeten Fachärzten für plastische und ästhetische Chirurgie operieren lassen möchten.

 

Schönheitsoperationen in den USA

GesundheitsWelt direkt: Herr Prof. Hönig, Sie waren auch während Ihrer Ausbildung in den USA. Dort gehören ästhetisch chirurgische Eingriffe schon viel mehr zum Alltag als bei uns.

 

Prof. Dr. Hönig: In den USA ist man in puncto „Qualitätskriterien für Kliniken, die ästhetisch plastisch chirurgische Eingriffe vornehmen“ schon weiter: Dort verfügt jede Klinik oder Praxisklinik über ein entsprechendes staatlich vergebenes und kontrolliertes Qualitätssiegel in verschiedenen Abstufungen, das nach außen hin für jeden sichtbar ist. So fällt es den Patienten viel leichter zu erkennen, auf welchem Niveau die medizinische Einrichtung und chirurgische Versorgung stattfindet, inwiefern die praktizierenden Ärzte über die entsprechende Ausbildung verfügen und auch für Notfälle bzw. Komplikationen gerüstet sind.

 

GesundheitsWelt direkt: Muss ich denn als Patient davon ausgehen, dass es zu Komplikationen kommen kann? Selbst wenn ich mich bei einem ausgebildeten Facharzt auf diesem Gebiet operieren lasse?

 

Prof. Dr. Hönig: Zu Komplikationen kann es immer kommen – wie bei jedem chirurgischen Eingriff. Denken Sie nur an eine gefürchtete Lungenembolie! Absolut lebenswichtig ist es dann, dass in diesem Falle eine zertifizierte Klinik mit intensivmedizinischer Station im Hintergrund vorhanden ist, die unterstützend eingreifen kann. Darauf sollten daher Patienten bei der Wahl der Klinik bzw. des behandelnden Arztes unbedingt achten.

Allerdings ist es nicht gesagt, dass es bei den sogenannten Schönheitschirurgen, die ästhetisch chirurgische Eingriffe vornehmen, zu Komplikationen kommen muss. Das Ergebnis kann durchaus zufriedenstellend sein.

Zu beachten ist, dass bei diesen Ärzten nicht unbedingt ein Versicherungsschutz besteht für diese Art von Eingriffen: denn es gibt auch Zahnärzte, die z. B. Falten unterspritzten. In der Regel besteht für Ihn im Falle eines Falles dafür aber kein  Versicherungsschutz und mancher Patient kann dann leer ausgehen.

 

Kritik und Folgen einer Schönheitsoperation

GesundheitsWelt direkt: Was antworten Sie Kritikern der Schönheitschirurgie, die Jugend- und Schönheitswahn anprangern und solche Operationen für ein unnötiges Risiko halten?

 

Prof. Dr. Hönig: Es gibt eben Menschen, die mit ihrem Aussehen unzufrieden sind und etwas ändern möchten. Diesen Menschen helfen wir. Wir beraten die Patienten ausführlich und weisen sie auf Risiken hin. Wir sagen auch niemandem, der zu uns kommt: „Also dieses und jenes sollten sie unbedingt machen lassen“, sondern wir fragen: „Was stört Sie? Was soll anders aussehen?“. Dann bieten wir verschiedene Methoden an und erläutern ganz offen, inwieweit das persönliche Schönheitsziel zu erreichen ist und wo Hoffnungen evtl. nicht ganz erfüllt werden können. Das ist übrigens ein ganz wichtiger Punkt: Wir schüren keine unrealistischen Erwartungen, sondern sagen dem Patienten ganz deutlich, was mithilfe der plastischen Chirurgie in seinem Falle möglich ist und was nicht.

 

GesundheitsWelt direkt: Kann man denn vor einer Operation ganz genau das spätere Ergebnis vorhersehen? Also wissen Sie vor einer OP bereits, wie der Patient nach Verheilen der Wunden aussehen wird?

 

Prof. Dr. Hönig: Nein, eine hundertprozentige Vorhersage ist unmöglich. Ich würde sagen, das Ergebnis ist zu 3/4 vorhersehbar.  Deshalb arbeite ich in der Patientenberatung nicht ausschließlich mit einem Computerprogramm, welches das Operationsergebnis wie z.B. eine Brustvergrößerung möglichst realitätsgetreu darstellt, weil diese sehr realistische Darstellung die Patienten täuschen könnte. Patienten gehen dann eher davon aus, dass die Brust später eins zu eins genau so aussieht wie auf dem Bildschirm. Aber das zu versprechen ist eben unrealistisch.

Das Problem mit diesen perfekten Computersimulationen ist, dass unrealistische Erwartungen genährt werden. Und genau vor diesen müssen wir die Patienten warnen und sie darüber aufklären. Deshalb sind unsere Simulationen mit Absicht nicht perfekt dargestellt, sondern geben nur einen ungefähren Eindruck vom Ergebnis.

 

Die richtige und ehrliche Beratung bei einer Schönheitsoperation ist wichtig

GesundheitsWelt direkt: Das führt zu meiner nächsten Frage: Würden Sie Patienten auch von einer Operation abraten? Zum Beispiel wenn diese unrealistische Erwartungen an ihr späteres Aussehen haben?

 

Prof. Dr. Hönig: Na klar. Und mit den Jahren und zunehmender Erfahrung erkennt man recht schnell: Hier existieren Erwartungen, die ein Patient mit dem Eingriff verbindet, die nicht zu realisieren sind. Oder der Wunsch nach einer Schönheitskorrektur ist eher psychisch motiviert und bringt so für den Patienten keine Lösung.

Stellen Sie sich vor, eine Frau kommt gleich nach ihrer Scheidung zu mir und fragt nach einer Brustvergrößerung und dabei offensichtlich wird, dass sie der Auffassung ist, ihre Ehe sei an der zu kleinen Brust deswegen gescheitert.  Dann heißt es, sensibel zu reagieren und der Patientin ggf. auch psycho-therapeutische Hilfe anzubieten.

 

GesundheitsWelt direkt: Aber es gibt doch sicher Ärzte, die das nicht so eng sehen würden und operieren, was das Zeug hält? Die Medien sind auch von solchen Berichten voll.

 

Prof. Dr. Hönig: Sicher gibt es die. Die plastischen Chirurgen von Michael Jackson z.B. sind so ein Fall. So einen Patienten würden wir anders beraten oder die Operation nicht um jeden Preis durchführen bzw. ablehnen. Ähnlich verhält es sich bei Patienten mit unrealistischen Erwartungen, oder Minderjährigen, die  eine Brustvergrößerung wünschen; Dies sind absolute Kontraindikationen und werden von uns strickt abgelehnt.

 

Das ist übrigens ein großer Vorteil von Fachärzten für ästhetisch-plastische Chirurgie, die Mitglied in einem Berufsverband sind. Unser Berufsverband verfügt über sogenannte Ehrenkodizes. Und wer dagegen verstößt, kann vom Verband ausgeschlossen werden.

Professor Hönig über den Beruf "Schönheitschirurg"

GesundheitsWelt direkt: Eine letzte Frage habe ich noch an Sie: Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf? Warum üben Sie ihn so gerne aus und engagieren sich auf Ihrem Gebiet?

 

 

Prof. Dr. Hönig: Der Beruf stellt immer wieder eine neue Herausforderung mit enormer Vielfalt und Abwechselung dar, der sehr viel Kreativität, Geduld, Wissen und handwerkliches Geschickt wie in keinem anderen Beruf erfordert, um andren zu einem besseren Leben verhelfen zu können. Denken Sie nur dabei an die vielen Kinder z. B. mit Lippen-, Kiefer und Gaumenspalten, an die vielen Unfallverletzten oder auch an die  Tumorerkrankten mit Brustkrebs, Gesichtshauttumoren, Formveränderungen des Gesichtes, der Brust usw., denen wir durch die Plastische Chirurgie wieder ein normales Leben ermöglichen können.

 

 

Wichtiges zum Titel "Schönheitschirurg"

 

Der Titel Schönheitschirurg ist kein Facharzttitel, der im ärztlichen Weiterbildungsrecht der Ärztekammer definiert ist. Jeder Arzt darf sich Schönheitschirurg nennen, da der Titel nicht geschützt ist. Im Gegensatz zum Plastischen und Ästhetischen Chirurgen. Er hat eine 6 jährige Facharztausbildung zu absolvieren, die die operative Behandlung angeborenen Fehlbildungen, Unfallverletzungen, Tumoren und Rekonstruktionen nach Unfallverletzungen und Tumorentfernungen, Verbrennungen sowie die operative Behandlung von Alters- und Formveränderungen umfasst, mit einer abschließenden Facharztprüfung vor einem Gremium der Ärztekammer. Nur dann ist er Berechtigt den Titel  „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurge“ zu führen oder sich als „Plastischer und Ästhetischer Chirurg“ zu nennen.

Die Praxis

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