01.01.2008

Lippenspaltverschluss nach Franz König

Die doppelseitigen Lippenspalten sind durch eine Vielzahl operationstechnisch schwierig zu lösender Probleme belastet. Die klinischen Ergebnisse der doppelseitigen Spaltverschlüsse sind gegenüber den einseitigen funktionell und ästhetisch häufig unbefriedigend, weil sich insbesondere im Bereich von Nasensteg und Prolabium zum Teil erhebliche, von der Norm abweichende, anatomische Veränderungen finden. Das Prolabium ist zumeist halbrund konfiguriert, der Lippenrotsaum dünn ausgestaltet und die funktionelle Muskulatur fehlt. Bei kompletten Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sitzt das Prolabium dem in seiner Projektion oft stark veränderten Zwischenkiefer bürzelartig auf (Abb. 1). Der Nasensteg ist rudimentär ausgebildet, sodass die Nasenspitze nicht selten unmittelbar dem Prolabium aufliegt. Wurde zu Beginn der Ära der doppelseitigen Lippenspaltverschlüsse das Prolabium fälschlicherweise exzidiert – man war der  Auffassung, das Prolabium sei nichts Weiteres als eine dyskonfigurierte Columella – beziehen neuere Verfahren das Prolabium mit in den funktionellen Lippenverschluss als zentralen Lippenanteil ein, was je nach Verfahren u.a. zu einer
langen und ästhetischen, disharmonischen schmalen Oberlippe führen kann.

Downloads:

Die Praxis

Praxis im Georgspalast
Georgstrasse 36
30159 Hannover

Telefon (0511) 215 33 988
Telefax (0511) 450 30-14
E-Mail: info@prof-hoenig.de

Praxis

Klinik