Plastische Operationen

Ziel der plastischen Chirurgie ist die Wiederherstellung von Form und Funktion nach Tumorentfernungen, Unfällen oder auch Fehlbildungen. Sie ermöglicht eine soziale Reintegration, die das operative Ergebnis der Rekonstruktion des entfernten Gewebes ästhetisch unauffälliger scheinen lässt und  e eine funktionelle und ästhetische Wiederherstellung der Körperoberfläche unter hohen ästhetisch chirurgischen Anforderungen und Ansprüchen, vor allem im Gesicht, ermöglicht. Dabei werden  die Operationsergebnisse entscheidend durch die Entwicklung der modernen plastischen Chirurgie mitgeprägt, die in der letzten Zeit erhebliche Fortschritte erzielt haben. Dazu zählen:

  1. Gefäßgestielte Lappenplastiken
  2. Mikrochirurgie
  3. Expandertechnik
  4. Distraktionsbehandlung
  5. Video-endoskopisch-assistierte Operationsverahren

Lappenplastiken

Die Wiederherstellung von Substanzverlusten ist die häufigste Aufgabe der plastischen Chirurgie. Sie besteht somit in der Verlagerung von gefäßgestielten oder freien, mikrochirurgisch reanstomosierten von Geweben, d. h. aus der näheren Körperumgebung oder der Körperferne
 

Mikrochirurgie

Die Einführung des Mikroskopes in der Chirurgie der periphären Nerven erlaubte erstmals eine ausreichend präzise Bearbeitung dieser mit dem bloßen Auge nicht ausreichen beurteilbaren Strukturen. Die Ergebnisse der Nervenwiederherstellung konnten dadurch entscheidend verbessert werden. Die neue Dimension hat die Mikrochirurgie vor allem durch die Mikrogefäßchirurgie gebracht mit:

  • Replantation
  • Freie Gewebeverpflanzung

Der mikrochirurgische Anschluss der Gefäße erlaubt einerseits die Erhaltung abgetrennter Finger, Hände oder Füße durch Replantation und andererseits die freie Verpflanzung großer Gewebsabschnitte von einer Stelle des Körpers zu einer anderen. Vor allem für die freie Gewebeverpflanzung ist ein hohes Maß an technischer Sicherheit bei der mikrochirurgischen Gefäßnaht erforderlich, da sonst der Verlust des gesamten Transplantates droht. Seit der ersten freien Gewebeverpflanzung im Jahr 1952 wurde eine große Anzahl freier Gewebetransplantate entwickelt, so dass es nun möglich ist, große Hautareale, Muskeln, Knochen einzeln aber auch zusammen an einem Gefäßstiel zu übertragen. Grundlage ist stets die exakte Kenntnis der lokalen Gefäßarchitektur und vor allem der möglichen anatomischen Varianten.

Expandertechnik

Die extreme Dehnbarkeit der menschlichen Haut ist sicher ein bekanntes Phänomen. Man denke nur an die enorme Dehnung der Bauchhaut und der Brusthaut im Rahmen der Schwangerschaft. In systematischer Form wurde diese Eigenschaft der Haut jedoch erst seit der Einführung der Expandertechnik genutzt.
Durch Eingliederung eines dehnbaren Ballons (Expander) unter der Haut wird durch Volumenvermehrung und Dehnung des Expanders die Hautoberfläche entsprechend gedehnt und somit vergrößert; so dass nach Entfernung des Expanders eine Flächenvergrößerung der Haut resultiert, die zur Wiederherstellung von Haut Substanzverlusten in nächster Nähe heran gezogen werden kann.

Gewebedistraktion

Sie wurde primär in der Orthopädie zur Verlängerung von Röhrenknochen und auch der Kiefer eingesetzt und gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Plastischen Chirurgie. Sie beruht auf der Beobachtung, dass durch langsame Dehnung an einem durchtrennten Knochen die Knochenneubildung in so starkem Maße angeregt werden kann, dass eine Verlängerung um mehrere Zentimeter möglich wird. Dabei wird nicht nur der Knochen selbst verlängert, sondern auch die umgebenden Weichteile. In der plastischen Chirurgie ist dies von Bedeutung, z.B. bei der Behandlung angeborener Fehlbildungen der Schädelknochen, Tumoren der Röhrenknochen und bei der Behandlung der Klumphand.

Video-endoskopisch-assistierte

Video-endoskopisch-assistierte Operationsverfahren, sogenannte minimal invasiv chirurgische Operationsverfahren, haben sich neben der Allgemein Chirurgie seit Beginn der 90iger Jahre in der plastischen ästhetischen Chirurgie und hier vor allem im Rahmen des endoskopischen Stirnlifts etabliert und finden auch bei der endoskopischen Karpaldachspaltung, d.h. bei der geschlossenen Eröffnung des Karpaltunnels in der Behandlung des Karpaltunnelsyndroms erfolgreich Anwendung.


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