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Lippen-, Kiefer-Gaumenspaltplastiken

Die Geburt eines Kindes mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte stellt für alle Eltern eine große Belastung dar. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKG-Spalten) zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen, wenn man bedenkt, dass etwa eins von 500 Kindern mit einer LKG-Spalte geboren wird.

Die Ursachen von LKG-Fehlbildungen sind bis heute nicht umfassend geklärt. Neben einer erblichen Bereitschaft können auch bestimmte Medikamente, Sauerstoff- und Vitaminmangel, Erkrankungen und Mangelernährung in der Schwangerschaft zur Entstehung einer LKG-Spalte beim Embryo führen. Dennoch ist bekannt, dass sich während der Embryonalzeit in der 5.-6. Woche der Oberkiefer und die Oberlippe formen und in der 8.-9. Woche sich der harte und der weiche Gaumen entwickeln. Dabei werden Lippe, Kiefer und der vordere Teil des harten Gaumens aus anderen Geweben gebildet, als der hintere Teil des harten Gaumens und der weiche Gaumen. Unterbleibt die regelrechte Entwicklung, können Lippen- Kiefer- Gaumenspalten entstehen. Dabei können Spalten der Lippe und des Kiefers links-, rechts- oder beidseitig auftreten, Spalten des hinteren Hartgaumens und des Weichgaumens liegen jedoch stets in der Mittellinie. Die Ausprägungsgrade reichen von der einseitigen, isolierten Lippenspalte bis hin zur doppelseitigen Lippen- Kiefer- Gaumenspalte.

Bei den durchgehenden Spaltformen sind neben dem äußeren Erscheinungsbild mehrere wichtige Funktionen wie Atmung, Ernährung, Sprache und Gehör gestört, so dass eine Behandlung durch mehrere Spezialisten, die sich aus  Vertretern der Fächer Plastsicher Chirurgie, Kieferorthopädie, HNO-Heilkunde, Phoniatrie und Pädaudiologie, Kinderheilkunde und Logopädiezusammensetzen und  in einem Behandlungsteam eng zusammen arbeiten.
Da heutzutage die Früherkennung einer vorliegenden LKG-Spalte des Kindes oft schon in der Schwangerschaft durch Ultraschall-Untersuchungen möglich ist, sollten sich werdende Eltern dann bereits vor der Geburt mit der Fehlbildung ihres Kindes auseinander setzen und Möglichkeiten der Beratung suchen.

Operationsmöglichkeiten

Auf Grund der Fortentwicklung dieser gemeinsamen Betreuung durch mehrere Behandler und neuerer Operationstechniken und Materialien ist es heute möglich, schon sehr früh eine weitgehende ästhetische und funktionelle Korrektur der Fehlbildung zu erreichen. Besondere Fortschritte hat die Plastische Chirurgie bei der operativen Behandlung der schweren Gesichts- und Schädelfehlbildungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspaltplastiken und operativen Umstellungen der Kiefer zueinander und zur Schädelbasis (kraniofaziale Anomalien) erreichen können. Ausgereifte und standardisierte Operationsverfahren ermöglichen es, Fehlbildungen bereits in den ersten Lebensmonaten vorzunehmen. Modernste Operationsverfahren ermöglichen heute, dass das Aussehen der Kinder, die Sprache, das Hörvermögen und das Schädelwachstum kaum mehr beeinträchtigt sind. Die wesentlichen Operationen erfolgen so frühzeitig, dass sie in den ersten Monaten des Lebens, spätestens zum Ende des ersten Lebensjahres abgeschlossen sind. Aber auch bei älteren Kindern und Jugendlichen können eventuell notwendige Korrekturen zur Verbesserung des Aussehens und der Funktion vorgenommen werden.

Der operative Verschluss der Lippen geschieht meist bis zum 6. Lebensmonat, der Verschluss des Weichgaumens mit 12-14 Monaten. Der Zeitpunkt des Hartgaumen-verschlusses ist unterschiedlich.
Spätestens zur Einschulung sollten möglichst alle Voraussetzungen für die weitere ungestörte Entwicklung des Kindes erzielt werden.

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