Brustaufbau
Der Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen. Er betrifft zur Zeit ca. 10% aller Frauen. Zwar kann er in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ohne einen Verlust der Brust behandelt werden. In etwa 30-40% der Fälle ist jedoch auch immer die Entfernung der Brust erforderlich. Vor allem immer dann, wenn ein relativ großer Tumor vorliegt, oder wenn bei relativ kleiner Brust die Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand nicht ohne erhebliche Deformierung möglich ist. Gerade in dieser Situation einer bösartigen Erkrankung stellt der Verlust einer Brust eine erheblich psychische Belastung für viele Frauen dar. Der Brustwiederaufbau kann dabei eine entscheidende psychologische Hilfe darstellen.
Zeitpunkt des Brustaufbaus
Grundsätzlich ist immer ein Brustaufbau möglich, d.h. auch schon primär bei der Entfernung der Brust aber auch sekundär nach Wochen, Monaten oder Jahren. Zur Zeit wird der Brustaufbau mehrheitlich sekundär durchgeführt, vor allem aus organisatorischen Gründen, weil es nur wenige Kliniken gibt, die zugleich das volle Spektrum der Krebstherapie und alle Möglichkeiten des Brustwiederaufbaus anbieten können. Ist im Rahmen der primären Behandlung auch eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung erforderlich, so sollte diese zu Beginn des Brustaufbaus abgeschlossen sein.
Ziel der Brustwiederherstellung
Wiederherzustellen sind in der Regel:
- Volumen der Brust
- Form der Brust
- Brustwarzenvorhofkomplex
- Brustwarze
- Symmetrie der Brüste
Folgende Verfahren verwendet:
- Der Hautverlagerung aus dem Oberbauch als Hautersatz für die Oberfläche der Brust
- Die Dehnung der Brusthaut mit Hilfe eines Expanders als vorbereitende Maßnahme für ein Brustimplnatat.
- Eingliederung eines Brustimplantates als Volumenersatz.
- gestielte oder mikrovaskulär reanastomosierte Haut-Muskellappen des Unterbauches
- mikrovaskulär reanastomosiertes Hautgewebe des Unterbauches oder des Gesäßes (perforator flap)
- gestielte oder mikrovaskulär reanastomosierte Haut-Muskellappen des Rückens (M. Latissimus dorsi)
- Eigenfetttransplantation
Nicht selten werden mehrere der genannten Verfahren miteinander kombiniert, z.B.:
- Haut-Muskelgewebe mit Implantat
- Expansion mit Implantat
- Latissimus dorsi-Lappen mit Implantat
- Expansion und Latissimus dorsi-Lappen zur Volumenauffüllung mit dem Unterhautfettgewebe vom Rücken
Vorteile / Nachteile der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe
Der Vorteil des Implantates besteht in der Tatsache, dass in der Regel keine zusätzlichen Narben und Beschwerden durch die Entnahme von Eigengewebe entstehen wie sie beim Aufbau der Brust mit unvermeidbar sind. Der Nachteil bei Verwendung von Implantaten ohne ausrechenden Dicke des Weichgewebemantels ist vor allem die Gefahr der Entstehung der Kapselfibrose, wie sie bei jedem Implantat entstehen kann und im Vergleich zum Eigengewebe die veränderte natürliche Konsistenz der Brust im Vergleich zur Gegensite. Allerdings ist in der Regel ist die lokale Expansion bis zu einer akzeptablen Form und Größe der Brust mit anschließender Implantation eines Brustimplantates Erfolg versprechend. Lediglich nach Bestrahlung ist dies in der Regel nicht der Fall, so dass dann nicht nur das Volumen, sondern auch die Oberfläche der Brust durch Eigengewebe aus Bauch oder Rücken ergänzt her ersetzt werden muss.




